Patristisches Zentrum Koinonia-Oriens e.V.

Anliegen des Vereins

Mit seiner Hinwendung zur Frühzeit der christlichen Kirche entspricht das Patristische Zentrum Koinonia-Oriens e.V. dem Ruf der Erneuerungsbewegung am Anfang des letzten Jahrhunderts: "ad fontes".

Mit der "Rückkehr zu den Quellen" des Glaubens werden neue Impulse  für die Vertiefung des Glaubens in der gegenwärtigen Zeit gegeben, so dass die Urgestalt des Glaubens sichtbar wird.

Die Besinnung auf das frühchristliche Erbe, das allen christlichen Kirchen gemeinsam ist, gilt als eine zuverlässige Quelle in der Begegnung der Kirchen und im Suchen nach neuen Wegen der Annäherung zwischen Ost und West. Voraussetzungen hierfür sind:

  • Kenntnis des Glaubensdenkens der frühen Kirche in Ost und West;
  • neue Darstellung der grundlegenden Themen aus der Glaubensgeschichte in Ost und West;
  • Vertiefung des frühkirchlichen Erbes in der Begegnung mit der gegenwärtigen Kirche;
  • Studium der liturgischen Traditionen in Ost und West;
  • Erneuerung des Glaubens aus der Feier der Liturgie und Gebet um die Einheit der Christen. 

Informationen über den Verein

Die Öffnung der Grenzen nach Osten, die sich in den letzten Jahren vollzogen hat, und die dadurch ermöglichte Begegnung mit den östlichen Ländern und Kirchen lassen auf politischem, gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet neue Wege der Verständigung und Annäherung suchen. Ein wichtiger Ort der Begegnung sind auch die christlichen Kirchen. Dabei ist ihr Verhältnis untereinander durch die Geschichte und zahlreiche, vor allem geschichtlich gewachsene Missverständnisse schwer belastet. Zudem bringen die Kirchen nur wenig Anerkennung füreinander auf, was die Vereinigung der Christen schwer vorstellbar sein lässt. Das Gespräch der christlichen Kirchen miteinander wird ein wichtiger Beitrag für den Frieden in der Welt sein. Diesem Anliegen möchte das Patristische Zentrum Koinonia-Oriens e.V. dienen.

Initiator

Im Jahr 1960 gab Wilhelm Nyssen (1925-1994) während des Zweiten Vatikanischen Konzils mit seinem Lehrer und Freund Pfarrer Prof. Julius Tyciak, Ramershoven, eine Buchreihe heraus, die sich zum Ziel setzte, Quellenschriften und Werke der großen kirchlichen Überlieferung des christlichen Ostens dem Christen von heute vertraut zu machen.

Wilhelm Nyssen, Großarchimandrit der Griechisch-Melktisch-Katholischen Kirche, war über 40 Jahre Hochschulpfarrer an der Papst-Johannes-Burse in Köln und zugleich Leiter des Zentrums für patristische Spiritualität; er unterrichtete als Honorarprofessor für Ostkirchenkunde an der byzantinischen Abteilung der Universität zu Köln und wurde mehrfach mit dem Dr.h.c. ausgezeichnet. Durch seine intensiven Kontakte besonders zur Kirche in Rumänien und Jerusalem wie auch durch seine zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträge wurde Wilhelm Nyssen zu einem Brückenbauer in der einen Kirche aus Ost und West. Seinen Nachlass hat er als Stiftung dem Patristischen Zentrum Koinonia-Oriens e.V. vermacht. Dem Anliegen seines Initiators weiß sich der Verein verpflichtet, er möchte das anvertraute Erbe weitertragen, um so der Einheit mit der Kirche des Ostens zu dienen.